FSV 06 Ohratal e.V.

1.Mannschaft : Spielbericht Thüringenliga, 14.ST

FSV 06 Ohratal   FC Eisenach
FSV 06 Ohratal 3 : 4 FC Eisenach
(1 : 3)
1.Mannschaft   ::   Thüringenliga   ::   14.ST   ::   18.11.2017 (14:00 Uhr)

Aufholjagd wird nicht belohnt

Aufholjagd der Müller-Elf wird nicht belohnt

Fußball-Verbandsliga: FSV Ohratal verliert im Kellerderby gegen den FC Eisenach und schwenkt nun die rote Laterne

Fußball-Verbandsliga: FSV Ohratal verliert im Kellerderby gegen den FC Eisenach und schwenkt nun die rote Laterne

Eisenachs dribbel- und laufstarker Tomislav Renic (rot) setzt sich beobachtet vom Ohrataler Innenverteidiger Martin Ralis (4) gegen dessen Mannschaftskapitän Philipp Kiebert durch.

Von

Jochen Meyer

Ohrdruf

Während auf der einen Seite sich am Samstagnachmittag leichte Enttäuschung breitmachte, herrschte auf der anderen grenzenloser Jubel. Mit 4:3 (3:1) hatte der bis dahin sieglose FC Eisenach in der Fußball-Verbandsliga am 14. Spieltag das dramatische Kellerderby gegen den FSV 06 Ohratal in Ohrdruf gewonnen und mit dem Aufsteiger die untersten Ränge am Tabellenende getauscht.

Die Begegnung auf dem schmalen Kunstrasenplatz war nichts für schwache Nerven, hatte aber aufgrund seiner Dramatik und intensiven Kampfes beider Teams mehr als nur 75 Zuschauer trotz des unangenehmen stürmischen Wetters verdient. Gekennzeichnet von großer Effizienz der Wartburgstädter waren die ersten 45 Minuten gekennzeichnet. Viermal schossen die erstaunlich selbstbewussten und engagierten Spieler von Trainer Michael Offenhaus aufs Gehäuse und waren dreimal erfolgreich. Allerdings unter Mithilfe von Torhüter Lars Frankenberger, der bei den beiden Führungstreffer von Alexander Pohl zum 0:2 keine allzu gute Figur abgab. Beim 0:1 lenkte er einen Aufsetzer unglücklich an den Innenpfosten, sodass der Torschütze keine Mühe hatte, abzustauben. Beim zweiten ist er am Freistoß des Eisenachers am Ball, klatscht ihn aber ins Netz statt zu fausten. Große Aufregung herrschte beim 0:3 durch den überragenden Tomislav Renic, als die Gastgeber und ihre wenigen engagierten Fans zuvor ein an Abwehrspieler Martin Ralis begangenes Foul gesehen haben wollten.

Die Hausherren, die erstmalig von ihrem verletzten Mitspieler Dominik Müller gecoacht wurden, vergaben gute Möglichkeiten durch Iskender Ezzine und Max Wildies, kamen aber fast mit dem Pausenpfiff durch einen Kopfball von Abwehrspieler Nico Baum zum wichtigen und stimulierenden 1:3.

Mit großem Elan und Willen kehrten die Ohrataler aufs Spielfeld zurück, besaßen durch den agilen Angreifer Marty Jung (46.) allein vorm Tor die Riesenchance zum Anschlusstor, hatten durch Kapitän Philipp Kiebert mit einem Kopfball eine weitere große Möglichkeit. Mit einem weiteren Kopfball war dann erneut Baum (51.) erfolgreich, ließ die Hoffnungen der Hausherren auf einen erfolgreichen Ausgang weiter steigen. Glück hatten sie danach aber, als Rinic mit einem Flachschuss das Ziel knapp verfehlte und ein weiterer Schuss von ihm im letzten Augenblick von Abwehrspieler Sandro Seidensticker auf dem Weg zur Entscheidung noch abgeblockt wurde. Als dann Marty (79.) nach einem Foul an ihn selbst den fälligen Strafstoß zum 3:3 verwandelte, kannte der Jubel im Ohrataler Lager keine Grenzen mehr. Der Vollblutstürmer hatte dann sogar die Führung für seine Elf auf dem Fuß, verfehlte aber allein auf Keeper Sebastian Arnold zustrebend das Gehäuse knapp.

So kam, was in solchen Fällen kommen musste. Die Eisenacher, die sich im zweiten Durchgang fast ständig in die Defensive gedrückt sahen, schlugen vier Minuten vor dem Abpfiff des souveränen Referees Pierre Leitschuh in Gestalt des spielerisch starken Takuya Shirasaka zurück. Der Japaner drückte völlig allein gelassen einen Eckball aus Nahdistanz zur großen Freude seiner Mitspieler zum Siegtor über die Torlinie, ließ sich danach als Matchwinner gebührend feiern.

„Das war auf dem zu kleinen Kunstrasenplatz kein gutes Fußballspiel, viele Fehler führten zu den Toren“, sagte Gästecoach Offenhaus, der den großen Kampf seiner Mannschaft herausstellte. Etwas enttäuscht war der 30-jährige Ohrataler Trainer. „Wir hätten zumindest ein Remis verdient gehabt“, sagte Dominik Müller, sprach von einem großen Aufwand seiner Spieler und lobte sie für den unbändigen Kampfgeist, der aber am Ende nicht belohnt wurde.


Quelle: TLZ Gotha vom 20. November 2017
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